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Zum Saisonabschluss nochmal nach “OSL”

Tja, auch wenn es im Geschäft gerade überhaupt nicht nach Saisonende aussieht, so neigt sich der Sommer doch dem Ende entgegen und damit ist die Zeit um ein bissel im Kreis herum zu fahren dann auch bald rum. Also, neben Hochbetrieb im Geschäft, privatem Umzug und allem was sonst noch so los it, war es auch nochmal Zeit für ein letztes Training in diesem Jahr.

Zum Glück hatte ich schon recht frühzeitig gebucht und konnte damit auch nicht mehr aus der Nummer raus. Irgendwie ist das aber auch wichtig, sonst geht man ja doch nie, und ich hab mich auch wieder wirklich auf die Truppe vom Daineseshop Dortmund gefreut und ja, ich habs geschafft! Es hat noch Markus, der meine “alte” GSX-R fährt zugesagt, also auf in den Osten, auf nach Oschersleben.

Die fahrt ist kurz und schnell umrissen, wir haben uns auf Freitag Mittag verabredet, wollten recht früh los, naja, mit Auto, Hänger holen, aufladen etc. war es dann doch irgendwas zwischen 5 und eher 6 bis es auf die Bahn gegangen ist. Dank 100kmh Zulassung war es nicht so schlimm mit dem Hänger zu fahren, aber Freitag abend ist halt um Karlsruhe und dann um Frankfurt schon die Hölle los, kurzum um halb 2 in der Nacht sind wir bei der Pension aufgeschlagen! Beeetttttttt!!!!!! schnell schlafen!

Der nächste Morgen, das übliche Spiel, rein ins Fahrerlager, die Anderen sind schon in der Box, schnell noch abladen. Markus ist schon bissel nervös und meint, wir dürfen die Fahrerbesprechung nicht verpassen, ich sag, wenn das um 8 losgeht, gehts um 3 nach los, reicht, wenn man 5 nach da ist, also ist 10 vor 8 noch ne viertel Stunde Zeit zum abladen, klar, oder?!
Nach der Besprechung dann noch schnell zur Anmeldung, ich hatte auf den blauen Sticker gehofft, aber der Veranstalter hat mich wieder in die Krabbelgruppe geschickt, kein diskutieren hilft, ich leicht angenervt. Hilft nix, erstmal fertig machen, dabei noch ein paar Tipps an den Newbie geben, irgendwie fühlt sich das schon alles gut und gewohnt an in der Box.
Dann raus zum ersten Turn. Ich hatte Markus gesagt, er soll direkt hinter mir raus, und 2-3 Runden hinter mir her. Tja, nach ner halben Runde war er weg, es ist halt schon echt krass was das Training ausmacht, ich bin aber sicher genauso rumgefahren als ich das erste mal auf der Strecke war.
Dann war da auch schon wieder mein Problem, es sind halt in der Krabbelgruppe viele Leute, die nochmal deutlich langsamer sind und mir macht es echt Probleme und schlechte Zeiten da drin rum zu gurken. Sicherlich auch ein Problem ist, dass alle halt möglichst in den 3 Turns am ersten morgen alles geben um nen “besseren” Sticker zu bekommen. Ich weiss nicht, das System hat auch seine Tücken, aber auf dem Ohr war Philipp, der Veranstalter taub… Insgesamt packt er die Veranstaltungen arg zu, jetzt sind es schon 5 Gruppen, da wird die Warterei dann schon arg lang, ich hoffe das bleibt nicht so, denn das ist einigen unangenehm aufgefallen, für mich wäre es ein Grund die Veranstaltungen nicht mehr zu buchen, wenngleich es doch Top organisiert ist und das ganze drumherum stimmt.
Auf jeden Fall ist auch Meister “Franky” aus meinem “Nachbardorf” wieder mit am Start, den hab ich mir dann auch für den letzten Turn am Abend noch als Instruktor gebucht. Mal schauen was er motzt…
Tja, die 3 Turns am morgen sind rum, auf zum Essen und dann neue Sticker holen. Jetzt trifft mich der Schlag, wieder kein blauer Sticker, noch mehr Krabbelgruppe, ich bin sauer…. Doch auch das Gespräch mit der Orga führt zu nix, ich hätte gehofft, das die mir die Chance geben mal einen Turn in der anderen Gruppe zu fahren um dann zu zeigen, dass ich es kann, aber nee, nix drin, das Gespräch kippt fast noch… Ich soll zeigen, das ich schneller fahren kann, dann stufen die mich um, so die Aussage. Und ich soll probieren später raus zu fahren um ne freie Runde zu erwischen.
Das ist leider völliger blödsinn, denn wenn die letzten raus fahren kommen die ersten schon wieder um den Kurs, meine Stimmung ist am Boden!
Ich versuche mir selbst andere Ziele zu geben und ja, stimmt, da ist auch noch Kollege Markus, den immer mal wieder zu erwischen um ihm ein bissel vorne weg zu fahren. Dazu noch weiss ich, dass Franky mir wieder was von Sitzhaltung erzählen wird, das sollte ich also noch etwas trainieren.
Dann ist es also doch da, das erste woow… denn endlich muss ich mich nicht mehr so auf die Linie konzentrieren und endlich läuft es auch ganz gut mit turnen und Linie fahren gleichzeitig. So gut, das ich im reduzierten Tempo mit Markus im Schlepptau fast innen in die Grasnarbe abbiege weil ich plötzlich richtig enge Radien fahren kann.

Der Turn mit Franky am Abend ist schon in der Dämmerung, die Sonne steht tief, auch das wegen der 5 Gruppen auf dem Track, nicht toll, dafür bekomme ich wieder wertfolle Tips, ich soll einige Kurven anders anfahren, und mache noch 2 gravierende Fehler, ich bremse viel zu viel vor den kurven, nehme den Speed nicht mit und dann warte ich zu lange bis ich das Gas aufmach, irgendwie noch sehr serialisiert, nicht flüssig das Ganze.
Ok, mit diesen Infos gehts ans Bier und Abendessen. Bei der Verlosung gewinne ich noch ein Cap, suuuper, aber ok, jetzt darf ich nicht mehr sagen, ich gewinne nie was!

Tag 2:
Der Morgen beginnt später, ich fühl mich ausgeschlafen, aber es ist schon kalt, Ende September halt. Markus ist auch frohen Mutes und findet die Reifenwärmer schon eingesteckt in der Box. Ich montiere noch die Rollen am Montageständer, zieh die Heizdecken auf und bereite mich auf den ersten Turn vor.
An diesem Tag gibt es nur 4 Turns im normalen Stil, dann folgen noch diverse Rennen,  aber das ist nichts für mich, danach gibt es noch ne Stunde freies fahren, aber das hab ich im Sinne der langen heimfahrt schon abgehakt, aber mal sehen…
Ich versuche nochmal die Notizen aus dem Abendturn mit Franky durchzugehen und dann geht es raus. Ausprobieren ist angesagt, ich verändere immer mal wieder kleinigkeiten um besser zu fahren. Die Zeiten sind mir egal, denn es ist halt immer wieder der Verkehr auf der Strecke und ich mach zum Teil sogar auf Start-Ziel langsam um mir eine Lücke zu suchen um mal ein Stück ohne Verkehr zu finden.
Im dritten Turn hab ich dann nochmal Franky gebucht, er zieht mich an einigen Stellen und ich merke wieder neue Fehler. Es ist schon irgendie krass, da machst Du 2-3 Sachen besser und dafür erkennst Du 5 neue Fehler. Man könnte sagen wie bei Sisiphos, aber irgendwie auch nicht, denn es wird ja alles flüssiger und besser. Apropos flüssiger, Jetzt beginne ich mal so langsam nicht mehr abzuwarten, bis ich am Scheitelpunkt innen bin und dann erst Gas auf, sondern kapiere so langsam wie das mit dem Steuern übers Gas funktioniert. Macht Spass, aber zeigt, wie wichtig es ist die Kurve vom Anfang her richtig zu treffen, sonst kommt man halt egal ob mit Gas auf oder zu nicht an den Punkt hin!
Dem letzten Turn schenke ich eigentlich wenig Beachtung, denn so langsam merk ich schon die Kräfte schwinden und es fühlt sich schon alles etwas träge an. Als ich dann auf der Strecke bin denke ich aber plötzlich wow, jetzt hast Du einen Schritt nach vorne gemacht, ich fahr sehr locker und merke, das ich schneller geworden bin, nicht weil ich schneller fahre, sondern weil es jetzt alles wieder etwas flüssiger läuft. Smooth eben, nicht so serialisiert.. Dabei hab ich massig Reserven, ich weiss, dass ich eignetlich mit angezogener “Kopfbremse” fahre… So ists halt mit dem Alter. :-)

Nach dem Turn und Rücksprache mit Markus heisst es dann zusammenpacken. Er hat auch genug und wir hoffen darauf nicht erst nachts um 2 in der Heimat zu sein. Also noch allen Tschüss sagen und auf baldiges Wiedersehen in Hockenheim im Frühjahr wünschen und dann geht es ab Richtung Heimat.
Die Heimfahrt läuft gut und trotz Hänger sind wir um halb 12 in der Garage und laden noch kurz ab. Dann heisst es noch ein Bierchen und ab ins Bett. Morgens um 8 muss ich den Hänger wieder abgeben und darf den Muskelkater pflegen, wieder sehr zur Belustigung der Kollegen. Aber sooooo viel Spass… das ists schon wirklich wert.

Premiere in Oschersleben

Am vergangenen Montag war es soweit, ich konnte mal wieder eine für mich neue Rennstrecke erfahren, Oschersleben. Den Beschreibungen die ich schon erhalten hatte nach, soll die Strecke sehr flüssig zu fahren sein, und wirklich spass machen, also Grund genug die über 600km Anfahrt in Kauf zu nehmen. Da mehr als tolles Wetter angesagt war (bis zu 30 Grad) hatte ich dann auch etwas Angst, dass mein Hinterreifen die 2 Tage Training nicht mehr übersteht. Daher hatte ich versucht über Rene, den Reifenmann meines Vertrauens noch schnell auf Freitag einen neuen Pneu in der Riesendimension 200/60-17 zu bekommen. Das hat leider nicht geklappt.
Eine Chance hatte ich aber noch ein Händler, der mich schon in Hockenheim mit Regenreifen versorgt hat, hat viele Motorradreifen am Lager, also Mail geschickt und ja, ich darf am Sonntag vorbei kommen. Somit werden es dann gute 700km.
Auf der Autobahn musste ich dann auch mal wieder feststellen, dass ich nicht alleine unterwegs bin und der erste Stau war auch vor Karlsruhe. Den Reifen geholt und gedacht, hoppla, es ist ja schon nach 18Uhr, das kann ja heiter werden. Also A5, A7 und Kilometer fressen ist angesagt, Baustelle um Baustelle geht es vorwärts und irgendwann sagt das Navi runter von der Autobahn. Was, runter, und noch knapp eine Stunde zu fahren, das kann doch nicht sein. Schlimmer noch, ich nehme die Abfahrt richtung Goslar und direkt dahinter ist die Landstrasse gesperrt. Ich entschließe mich erstmal Stop beim Mc-Do gegenüber am Autohof zu machen, es ist ja sowieso schon irgendwas nach 10 am Abend. Die Umleitung habe ich dann auch noch gefunden, nur hätte ich das gewusst, hätt ich im Grunde auch eine Abfahrt davor rausfahren können, Mist.
Um 23Uhr irgendwas bin ich dann in OSL, fahre direkt zur Pension, entscheide erst am Morgen auszuladen, die anderen aus der Box kommen alle aus der Dortmunder Ecke und sind sicherer schon da, ist mir alles egal, schlafen!!
Am Morgen gehts dann zur Strecke, das übliche emsige Treiben im Fahrerlager. Ich beziehe meinen Platz in der Box. Leider haben mir inzwischen viele das mit den CEE-Steckern abgeschaut, jetzt muss ich wieder Schuko Kabel verlegen. Außerdem ist seit Hockenheim mein Kühlbox Netzteil weg, das ärgert mich irgendwie noch… Aber keine Zeit verlieren, Motageständer Reifenwärmer und klar machen für den ersten Turn. Ich bin ein bissel nervös, denn die Strecke ist neu und ich will nichts kaputt machen… Dann geht es auch schon raus. Ja, stimmt, die Strecke ist wirklich recht kurvig und hat keine längeren Vollgas Passagen, ich meine die Strecke schnell zu lernen, aber mir fehlen Orientierungspunkte. Seit mir Franky das beigebracht hat nach Punkten zu fahren, auf die man konkret hinsteuert und quasi abfährt, fahre ich viel gleichmäßiger, das fehlt mir jetzt.
Nach dem Turn interviewe ich also Roland, ob er ein paar Punkte erklären kann, er probierts, ich höre zu, der nächste Turn geht dadurch schon besser, ich spekuliere schon drauf am Mittag in die schnellere Gruppe wechseln zu können. Der 3. Turn geht auch vorbei, es wird heiss… Und ja, der Reifen reisst auf, und schmiert etwas, nicht das was ich jetzt brauche, aber erstmal ruhig bleiben und Mittagessen gehen. Wärend des Mittagessens kommen die Gruppen für den Nachmittag und Folgetag. Leider ist für mich nicht der erhoffte Sticker drin, ich bleibe bei den langsamen, aber egal, ich will ja lernen und bin eigentlich auch keine Runde richtig am Limit gefahren, also alles gut, aber nen Instruktor will ich auf jeden Fall für den Nachmittag. Es klappt, Jürgen wird mich im ersten Turn nach der Pause instruieren. Franky ist leider nicht dabei, sonst wäre er wieder dran, und ich weiss, er würde mir wieder sagen, wie Sch*** ich auf dem Sportgerät sitze… Egal… Also wieder einen Turn, ich wundere mich etwas wo Jürgen rumfährt, als ich dann vorausfahre, stelle ich aber schon irgendwie fest, dass ich dann wohl doch einen ziemlichen Mist zusammengurke.
Das bekomme ich auch recht offensiv zu hören, als wir von den Motorrädern steigen und in die Box laufen. Video erstmal anschauen…
Oh mann, jetzt wirds mir klar, ich fahre totalen Mist, aber Jürgen erklärt mir am Video schön ein paar Punkte und malt nebenher auf einen Streckenplan. Ich fühle mich besser gerüstet.
Den nächsten Turn lasse ich aus, aber den letzten fahre ich, leider kann ich mich nur auf eins konzentrieren, entweder Linie oder eben Hang-off üben, beides klappt nicht. Aber wenigstens wird die Linie jetzt mit Punkten konkreter.
Am Abend gehe ich dann noch mit auf den Streckenrundgang, Philip und Jürgen machen die üblichen Spielchen, aber ich bekomme och nochmal einiges mit. Es geht halt darum, möglichst viele Informationen zu kombinieren und wirklich mal zu Fuss um die Strecke zu laufen bringt so viel Erkenntnis über Radien, Überhöhung und länge von Geraden, das sollte man wirklich mitnehmen.

Für den 2. Tag habe ich nur vor weiter zu üben und Runden runterzuspulen. Die kleine Hoffnung existiert, dass das Hang-off und die Linie sich kombinieren lassen, ich glaube das wird der nächste grosse Schritt nach vorne. Um meine Erfolge zu kontrollieren habe ich für den Turn vor dem Mittag ncohmal Jürgen gebucht, mal sehen was er meint. Die nächste kleine Ernüchterung folgt leider, ich bekomme es einfach nicht hin mich auf Linie und Fahrstil gleichzeitig einzustellen, also nur Linie. Egal, ganz plötzlich fahre ich an Stellen rum, wo ausser mir in der Gruppe keiner ist, also Leute, wenn es auf die Strecke geht, lasst euch helfen und die Strecke erklären, das bringt dann mehr Spass und mehr speed. Schon ist der Vormittag fast rum und mein 2. Instruktor Turn steht an. Gleiches Spiel, Jürgen fährt zuerst vor und dann muss ich zeigen, das ich fähig bin das nachzumachen. Ok, wir pflügen durch die Gruppe, irgendwas ist schon anders. Dann ich vorne, ich versuche die Punkte abzufahren und es gelingt auch so naja. Ich bin gespannt was er meint. Zurück in der Boxengasse hab ich den Helm noch nicht ab und bekomme ein “das ist ja was ganz was anderes” an den Kopf, ich fasse es als Kopliment auf und wir gehen wieder zum Video anschauen. Ok, alles nicht perfekt aber schon viel besser, ich bekomme wieder einen neuen Streckenplan zum weiter Arbeiten mit.
Die 2 Turns am Nachmittag nutze ich dann noch um viel zu probieren, wobei mir die Gruppe inzwischen schon mächtig auf den Sender geht, ich überhole jede Runde massig Leute, teilweise sogar 2 mal binnen der 20 Minuten draussen. Das bringt mich immer heftig aus dem Konzept, ich finde keinen wirklichen Rythmus und kann mich auch nur schlecht auf meine eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Zurück in der Box sage ich das auch relativ deutlich, wobei es nicht ganz fair ist, denn schließlich bin ich ja nicht aufgrund purer Willkühr in der Gruppe, sondern aufgrund der Zeiten auf dem Monitor. Trotzdem bin ich mir sicher, eine Runde ohne die Gruppe wäre sofort 5 sekunden schneller! Dann wäre ich auf dem Niveau der nächsten Gruppe. Wieder einmal egal, darum gehts hier nicht, ich soll doch lernen, hang-off und Linie!
Im letzten Turn vor dem Rennen (Cuprennen also nichts für mich…) merke ich dann auch dass die Kraft schwindet, die 2 Tage und die 30 Grad machen sich bemerkbar und ich breche eine Runde vor Schluss ab, denn ich sehe wieder einen riesigen Pulk, durch den würde ich nicht so schnell durchkommen und dann besser rausfahren, als dass man dann doch die Brechstange auspackt.

Nach dem Rennen gibt es dann noch einmal eine Stunde freies fahren, aber ich entscheide mich fürs Packen, so wie die meisten Anderen in der Box auch. Das freie fahren ist sicher toll, aber eben ganz zum Schluss, und ich habe ja noch die Autobahn vor mir. Also alles rein in den Transporter und ab dafür. Um kurz vor 11 bin ich dann auch “schon” in Freiburg zurück. Ich stelle den Transporter in die Garage und überleg noch kurz auspacken, neeeee, Bett! Am nächsten morgen kommt dann Kollege Franz vorbei und hilft dankenswerter Weise beim Motorrad rausstellen. Den Rest hab ich schon versorgt, also auf ins Büro, mal noch die Bilder durchschauen und auf den nächsten Termin freuen…